Yoga lehrt, in Einklang mit dem eigenen individuellen Atem zu kommen, das heisst vorerst, sich des natürlichen Atemflusses bewusst zu werden und ihn dann in der jeweiligen Situation als Kraftträger nutzen zu können. Yoga ist deshalb eine Hilfe für die Wehenarbeit und das ganze Geburtsgeschehen wie auch für den Alltag überhaupt
.
Die Einatmung geschieht durch die Nase, das Ausatmen ebenfalls durch die Nase oder durch den leicht geöffneten, entspannten Mund (wie Kerze ausblasen). Über den entspannten Mund besteht eine reflektorische Verbindung zum Beckenboden, so wird mit den entspannten Lippen auch die Beckenbodenmuskulatur entspannt.

Yoga kennt 3 Atembereiche:
(1) Bauchatmung, um zum Kind hinzuatmen und als Vorbereitung für die Geburt, tangiert eher physische Bereich, beruhigt.
(2) Brustatmung für flexiblen Brustkorb, wenn Bauchatmung eingeschränkt ist am Ende der Schwangerschaft, tangiert eher psychischen Bereich, öffnet.
(3) Schlüsselbeinatmung tangiert eher Denkbereich, für Konzentration, Inspiration, Intuition.
Das Ziel ist eine Vollatmung, also Bauch-, Brust- und Schlüsselbeinatmung aneinander gereiht, um alle Bereiche anzusprechen.
Wichtig: Immer wieder tiefes Aufatmen, um Spannungen loszulassen.
Atemübungen, die ebenfalls im Kurs gelernt werden:
Beckenatmung, tönende Atmung sowie Wechselatmung um zu Zentrieren, Beruhigen und zur Verbindung mit der inneren Kraftquelle

Das vegetative Nervensystem wird stark angesprochen über die Atmung. Die Muskelstränge und Blutgefässe um die Gebärmutter werden bei der Geburt erweitert und ermöglichen mit Hilfe des vegetativen Nervensystems die Austreibung des Kindes im Ausatem. Bei Verspannung, Angst, Schmerz etc. reagiert das Nervensystem und es entsteht Verengung. Der bewusste Atem kann diesem Engwerden entgegen wirken. Im Kennenlernen des eigenen natürlichen Atems wendet sich die Übende dem Inneren und den eigenen Bedürfnissen zu, dies entspannt, öffnet. Dieses verbesserte Körperbewusstsein stärkt das Vertrauen in die eigenen Kräfte und hilft der Frau, sich auf die neue Situation bei der Geburt bestmöglichst einzulassen, zuvor auch im Alltag der Schwangerschaft und danach im Muttersein.

Der Atem kann genutzt werden zur Kraft/Energieaufnahme mit der Einatmung und zur Entspannung und Bewusstwerdung des Inneren der Frau mit der Ausatmung. Über den Atem wendet sich die Schwangere sich selbst und dem Baby zu. Dieses reagiert auf die Zuwendung über den Atem und vermittelt der Mutter ein positives Erlebnis. Damit wächst die Freude und die Zuversicht, an der Geburt im besten Mass aktiv oder passiv mitwirken zu können, je nach dem, was gefordert ist.
Atem