Pratyahara heisst das Nach-Innen-Wenden der Aufmerksamkeit und das Ruhigstellen der Sinneswahrnehmungen. Eine Form der inneren Bewegungen nebst den Atembewegungen ist das Wandern der Sinne. Unsere Augen schauen hierhin und dorthin, unsere Ohren hören dieses und jenes. Unsere Empfindungen sind nach aussen gerichtet. Solange dieses Wandern geschieht, nehmen wir die Vielfalt der Welt nur an ihrer Oberfläche wahr und es gelingt uns nicht, zum Wesenhaften vorzudringen und in die Tiefe zu schauen. Darum wird pratyahara geübt. Die Beobachtung  des eigenen Atems über das Spüren und Lauschen sowie das Schliessen der Augen bewirken zugleich das Ruhigstellen und das Nach-Innen-Wenden der wandernden Aufmerksamkeit. Da der Atem beständig gegenwärtig ist, kann mit dieser Ausrichtung der Aufmerksamkeit ein stabiler und dauerhafter, ungestörter innerer Zustand erreicht werden. (Aus "Der Weg des Yoga")
Pratyahara
Zurückziehen der Sinne von der Aussenwelt